Werbeagentur Hamburg

Wenn Aufmerksamkeit zum Credo wird: Das Image-Fiasko von sueddeutsche.de

In Zeiten in denen nur noch das “Klick” zählt, sind auch Qualitätsmedien wie die Marke “Süddeutsche Zeitung” und ihr Internetableger “sueddeutsche.de” nicht gefeit, den guten Ruf der Marke aufs Spiel zu setzen.

Blogger Jan Tißler hat in “upload.de” veröffentlicht, wie die Redakteure der Süddeutschen positive Beiträge in Blogs durch den Dienstleister “Trigami” (Eigenwerbung: “… redaktionelle Werbetexte, geschrieben von Bloggern, 100% positiv durch Inhaltskontrolle Ihrerseits.”) lanciert haben. Dies ist ägerlich. Katastrophal ist allerdings, wie Verantwortliche des Unternehmens die über Jahrzehnte positiv aufgeladene Markenenergie eines publizistischen Schlachtschiffes für kurzeitige Aufmerksamkeitssteigerungen gefährden. Ein typisches Beispiel für die Verwechslung von Ursache und Wirkung. Denn eine Marke wird nicht durch “Aufmerksamkeit” stark, sondern ausschließlich über spezifische Leistungen, die ein “Positives Vorurteil” in den Köpfen der Menschen verankern … ja, dies nimmt Zeit in Anspruch. Die Wirkung allerdings ist ungemein dauerhaft.

Wer die “Spezifität” der Leistung irritiert, spielt also mit dem kostenlos vorhandenen “Vertrauen” seines Publikums. Hier liegt die eigentliche Kraft einer Marke und ihr Wertschöpfungspotential. Die “Süddeutsche” steht (stand) in der Bundesrepublik für Qualitätsjournalismus. Hier durfte und wurde mitunter monatelang für einen Artikel recherchiert … gekaufte Artikel  vor diesem Hintergrund einer derartig aufgeladenen Marke ein Disaster …

Im “Mutterschiff” wird man sich nicht freuen, wenn die “Tochter” derartige Probleme verursacht, die die Gesamtansicht trüben … oder ist dies wieder nur ein Resultat der “Kostenschraube” in München, die alles in den Fokus anzeigenträchtiger Parameter (”Klickraten”) rückt?

Weitere Informationen unter: http://upload-magazin.de/blog/4943-sueddeutsche-iphone-app-trigami/#comment-90671